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Ausstellung Hundertwasser (1928 – 2000)

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31. Mai – 05. Oktober 2008

Acht Jahre nach dem Tode von Friedensreich Hundertwasser, einem der wichtigsten Vertreter der österreichischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird im Colmarer Unterlinden Museum eine Retrospektive seines Werkes gezeigt.

Die Ausstellung mit annähernd 80 Objekten hat dabei die grafischen Arbeit dieses vielgestaltigen und einmaligen Künstlers im Blick, der zudem ein außergewöhnlicher Theoretiker und überzeugter Umweltschützer war. Neben den ausgestellten Gemälden in der für seinen Stil lebendigen Farbenpracht findet man Arbeiten praktischer Gebrauchskunst sowie Frühwerke.
Der Besucher wird anhand der ausgestellten Werke eingeladen in die besondere Welt Hundertwassers einzutauchen.

Beim ersten Augenschein wirken die Bilder naiv, doch Hundertwasser verbindet mit seiner Sicht der Dinge immer eine besondere Botschaft. Die Spirale, die andauernd in seiner Arbeit zu finden ist, steht bei ihm für den Kreislauf des Lebens oder die Verbindung zwischen der Innerlichkeit und der äußeren Welt. Die allgegenwärtige Natur erinnert den modernen Betrachter an ihren privilegierten Platz, den sie in seiner Welt einnehmen muss. Das Wasser schließlich, das er als ein Geschenk des Himmels betrachtet und das ihm namensgebend wurde, erscheint auf seinen Bildern als Fluss, Meer oder Regen wie ein Leitmotiv.

Er benutzt immer wechselnde Techniken : Das Malen mit Naturfarben, den Holzschnitt in Zusammenarbeit mit japanischen Künstlern, den Siebdruck.

Biographie

  • Geboren 1928 in Wien als Friedrich Stowasser hat Friedensreich Hundertwasser die zeitgenössische Kunst mit seinen bunten und verzierten Kreationen nachhaltig beeinflusst.
  • Schon von 1934-1938 wurde in seinen Schulheften‚ sein außergewöhnlicher Sinn für Farben und Formen‘ erkannt. Seit seinem ersten Lebensjahr Halbwaise, muss er 1938 wegen der jüdischen Herkunft seiner Mutter die Schule verlassen. Er selbst tritt in die Hitlerjugend ein, während ab 1943 ein großer Teil seiner Familie mütterlicherseits verschleppt wird.

    Eine Tante und seine Großmutter, bei der er nach dem ‚Anschluss‘ Unterschlupf gefunden hat, kommen im KZ um. Um ihn vor dem Hungertod zu bewahren, der dem Waffenstillstand folgte, bringt ihn seine Mutter 1946 auf einen Bauernhof, wo das Gesehene in ihm den Entschluss, Künstler zu werden, reifen läßt. 1948 legt er, kriegsbedingt verspätet, sein Abitur ab.
  • Ausstellungen zu Gustav Klimt und Egon Schiele, die in diesem Jahr stattfinden, prägen ihn dauerhaft. Er besucht während einiger Monate die Kurse der Kunstakademie in Wien, dann unternimmt er Reisen nach Italien und Paris. In Begleitung des französischen Malers René Bro ändert er seinen Namen in ‚Hundertwasser‘ und beginnt seinen eigenen Stil zu entwickeln. Immer unterwegs pendelt er in den Folgejahren zwischen Paris, Nordafrika, Wien und Mailand und beteiligt sich unregelmäßig bei Ausstellungen. 1957 findet er mit dem Anwesen ‚La Picaudière‘ in der Normandie einen Haltepunkt.
  • 1958 verheiratet er sich mit einer 16-Jährigen in Gibraltar, um sich wenig später zu trennen – 1961 eine neuerliche Heirat in Japan; die Ehe hält fünf Jahre. Trotz seines turbulenten Gefühlslebens tauchen Themen wie ‚die Frau‘ oder ‚die Liebe‘ in seinen Werken praktisch nie auf.

    Immer jedoch spielt er und dies auf exklusive Weise seine ökologischen Überzeugungen in den Vordergrund wie auch seinen Farbgeschmack und das Motiv der Spirale.

    Als überzeugter Provokateur organisiert Hundertwasser Ende der 60er Jahre Vorlesungen bei denen er nackt erscheint und sich vehement mit zeitgenössischen Künstlerkollegen anlegt, die seiner Meinung nach gegen künstlerische Ideen verstoßen.Der österreichische Architekt Adolf Loos steht mehrmals im Visier der Kritik, so vor allem 1986 bei der Aktion ‚Los von Loos‘.
  • Nach und nach reift in ihm der Enschluss, dass seine Stärke nicht alleine im Gemälde und der reinen Theorie liegt, sondern eher in der Architektur zu finden sei. In den 70er Jahren zeichnet er Entwürfe zu ‚gesunden‘ Häusern, bei denen die Vegetation fast den selben Raum einnimmt wie das Gebäude. Dann geht er an die architektonische Umsetzung seiner Ideen, indem er ab den 80er Jahren zahlreiche Bauten renoviert oder umgestaltet (Kirche St. Barbara in Bärnbach, das Wasserkraftwerk Spittelau in Wien, die Autobahnraststätte Bad Fischau...). Bei seinen eigenen Bauten, von denen das Hundertwasser-Haus , das zwischen 1983 und 1986 in Wien gebaut wurde, das berühmteste ist, wandte er durchgehend sein unumstößliches Prinzip an, auf keinen Fall eine gerade Linie zu verwenden, da sie steril und zerstörerisch sei.

    Immer sehr entschieden in seinen Meinungen und eindeutig in seinen Stellungnahmen beendete Friedensreich Hundertwasser – der ewige Reisende, der die meiste Zeit des Jahres auf seinem Boot ‚Regentag‘ zubrachte – sein Leben am 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elisabeth II, die seine sterblichen Überreste nach Neuseeland verbrachte, wo sie im ‚Garten der glücklichen Toten‘ bestattet wurden.

Praktische Informationen

Musée d'Unterlinden
1, rue d’Unterlinden – 68000 Colmar
Tél. : 03 89 20 15 51
Fax. : 03 89 41 26 22
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www.musee-unterlinden.com

Öffnungszeiten :
Täglich von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, außer Montag 07. Juli (09.00 Uhr –14.00 Uhr)

Preise :
Normalpreis : 7 €
Ermäßigungen für Senioren, Besitzer der Cezamkarte und Gruppen (ab 15 Teilnehmern): 6 €
Sondertarif : 12 - 17 Jahre und Studenten : 5 €
Freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren, Inhaber des Museums-Passes.

Leitung : Pantxika De Paepe, Chefkonservatorin

Presse : Marie-Hélène Siberlin
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Tél. : +33 (0)3 89 20 22 74

 

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